Taken by a Vandal
Graffiti – vielleicht die kontroverseste Spielart zeitgenössischer Kunst. Eine Kunstform der Tat, zwischen adrenalingetränkter Improvisation und abgebrühter Routine. Den Reiz kann man sich vielleicht vorstellen, wirklich erleben kann eigentlich ihn nur der Künstler selbst. ’Taken by a Vandal’ betritt Neuland und versetzt den Betrachter in die Perspektive des Künstlers selbst. Authentisch und ungeschnitten, aufgezeichnet mit einer direkt am Kopf des Sprayers befestigten 3D-Kamera.

Mitten ins Geschehen versetzt, sehen wir die ‘Vandal-Art’ in Echtzeit entstehen. Buchstabe für Buchstabe kommt auf die Wand, mit geschmeidiger Linienfürung entsteht der abstrakte Ausdruck, eine Explosion greller Lackfarbe trifft den U-Bahn-Waggon.
Den Einsatz der Sprühdosen, Feuerlöscher und Schablonen sehen wir wie durch die Augen des Künstlers. Gespannte Blicke nach links und rechts – auch die Gefahr ist immer gegenwärtig.
Die Installation wird zum begehbaren Kopf des Künstlers. Darin befindet sich eine kleinere schwarze Metallbox, in der die „Erinnerungen“ an die Aktion in 3D zu sehen sind. Eine Art Black Box, der Flugschreiber einer klandestinen Aktion.
‘Taken by a Vandal’ zeigt die sonst unsichtbare Seite der Szene und einige ihrer kreativsten Vertreter. Was ist der Reiz an Graffiti? Diese Frage, die schon so oft gestellt wurde, kann der Betrachter nach dierser Erfahrung für sich selbst beantworten.
Location: artheater

